Am Freitag, 25. März 2016 ist es wieder soweit: Karfreitag ist da. Das ist noch kein Thema, denken jetzt vielleicht die einen. Bis dahin geht es ja noch zwei Monate. Warum also jetzt bereits über diesen christlichen Feiertag sprechen? Weil viele diese freien Tage am Frühlingsanfang jetzt schon für Kurzferien, Familienfeste und anderes einplanen. Karfreitag heisst demnach, zusätzliche Ferientage sinnvoll zu nutzen.

Historie: Teil eines Konzeptes

Der Blick zurück in die Geschichte von Karfreitag erzählt von einem Menschen, der sich als Sohn von Gott ausgegeben hat: Jesus Christus. In einer Kultur, die von Gesetzen und Hierarchien geprägt war und vom Ansehen der Person. Da hinein sprach dieser Christus. Brachte neue Sichtweisen in traditionelle Strukturen. Vergab Menschen in Gottes Namen. Lebte anders, redete anders und gab bestehenden Werten ein neues Gesicht. Das hatte Auswirkungen. Mehr als manchen lieb war.

Karfreitag: Anders denken, anders sein ....

Seine Beliebtheit nahm zu

Diese Veränderungen störten all jene, die viel zu verlieren hatten. Und gab denen Hoffnung, die sowieso nur gewinnen konnten. Hierarchien im Zerfall. Man musste etwas tun. Am besten einen Aufstand anzetteln. Einer mit eindeutigem Ausgang. Mit einem der damals schlimmsten Tode, dem man ausgesetzt sein konnte, ein Zeichen setzen. Klar stellen, was Sache ist.

Die Geschichte lehrt uns, dass das erst der Anfang war. Dieser Christus, der gekreuzigt wurde, stand am dritten Tag (Ostern) vom Tod auf. So kann man es in der Bibel nachlesen. Unaufhaltbare Präsenz. Unendliche Liebe. Unendliches Leben. Zielorientiert. Walk the line!

Heute: Andere Kultur, anderes Denken

Wir leben im Alltag. Europäisch, mit Schwergewicht Arbeit. Leben leben und leben lassen. Zumindest solange uns Herausforderungen nicht zu nahe kommen und Fluchtwege offen stehen. Wir sind perfekt vernetzt und ziehen uns dank Facebook, YouTube und anderen Netzwerken Filme rein. Kurze, lustige, lange, tiefgründige. Glaub- und unglaubwürdige. Was wir früher nicht für möglich gehalten hätten, wird uns mittels Filmindustrie immer mehr als möglich dargestellt.

Nur bei einer Auferstehung vom Tod, da schränkt uns unsere Denkweise ein. Logisch. Verständlich. Es gibt ja keine Beweise. Oder andere Menschen, die auferstanden sind. Genau da liegt der Punkt. In der Einzigartigkeit. Denn einem einzigartigen Gott, als den er sich immer ausgegeben hat, traue ich dies zu. Ich. Alles klar. Ich bestimme, was ich glaube und was nicht.

Was kann ich für mich persönlich aus Karfreitag nehmen?

Auch wir haben Hierarchien, haben Menschen, die auf Recht pochen, das sie selbst definiert, eingeschränkt oder erweitert haben. Mensch bleibt Mensch. Gestern wie heute. Unsere Kultur unterscheidet uns. Prägt unterschiedliche Sichtweisen. Im Ansehen der Person, der Bewertung von Hierarchien und vielem anderem. Unterschiede zeigen letztendlich die Vielfalt an einzigartigen Menschen auf. Vielfalt ist etwas Gutes. Es fördert das Wachstum unserer Persönlichkeit, wenn wir uns darauf einlassen. Vielfältige Menschen, vielfältige Lebenswege.

Gemeinsames Schicksal

Am Schluss sieht es anders aus. Da ist die Tatsache, dass wir alle sterben müssen. Endlichkeit hat etwas Unangenehmes an sich. Wäre da nicht dieser Präzedenzfall. Einer hat‘s vorgelebt. Und «vorgestorben». Christus für uns. Damit wir «dem Tod nicht ausgeliefert sind». Der Tod: Übergang in etwas Neues, uns Unbekanntes und darum Unheimliches. Ein anderes Denken aus einer anderen Welt. Typisch Christus? Glaube nur – und dann …? Oder eine verkannte Möglichkeit? Weil es nicht per Knopfdruck geht, sondern persönlich herausfordert? Weil es von uns selbst auf das Unmögliche reduziert wird? Oder weil es einfach nicht in das Denken unserer Welt passt?

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