Karfreitag ist nicht einfach nur ein christlicher Feiertag. An diesem Tag wurde Jesus Christus gekreuzigt. Das schreibt sich schnell mal so auf. Doch dahinter steckt ein enormer Leidensweg, den Christus gegangen ist. In diesem Artikel möchte ich ein Schwergewicht darauf legen, wie Jesus Christus mit dem bevorstehenden Leiden umgegangen ist.

Das Gebet, nicht nur eine Stütze in der Not

 

Im Garten Gethsemane

Christus wusste, welches Leiden auf ihn zukam. Zusammen mit seinen Jüngern ging er in den Garten Gethsemane. Dort wollte er sich mit ihnen innerlich auf das Bevorstehende vorbereiten. Im neuen Testament in Matthäus 26, Vers 38 und 39 steht: «Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wacht mit mir! Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist’s möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!»

Kennen wir dieses Gefühl nicht auch? Da ist ein Ereignis vor uns, welches uns grosse Angst macht. Zum Beispiel eine Operation oder ein schwieriges Gespräch. Niemand kann im Voraus wissen, wie es ausgehen wird. Wenn es möglich ist, so möchten wir am liebsten auf das Vorhaben verzichten. Von daher ist die Reaktion von Christus sehr gut nachvollziehbar. Aber auch die seiner Begleiter. Während Christus betete, schliefen sie ein. Für Christus, der wusste, dass er gekreuzigt wird, war das keine Unterstützung. Ihm ging es schlecht und die treusten Freunde schliefen einfach so ein. Das macht einsam. Nur das Gebet, das Wissen, dass sein Vater, Gott, in der tiefsten und schwierigsten aller Stunden bei ihm ist, hat ihn durch die schweren Stunden durchgetragen.

«Jetzt hilft nur noch beten»

… ist ein Spruch, den man oft hört, wenn jemand in Not ist. Die Szene im Garten Gethsemane zeigt, auch Christus hat dies so gelebt. Doch beten ist mehr als ein Notnagel. Es gibt sie wirklich im Leben, die Situationen, in denen wir uns unserem Schicksal hilflos ausgeliefert fühlen. Loslassen ist eine Lebenskunst. Zulassen auch. Manchmal kommen wir einfach nicht darum herum. Die Diagnose steht, das Team ist bereit, handeln ist angesagt und wir können uns nur noch ohnmächtig in die Hände der Verantwortlichen begeben. In diesen Momenten wird die Möglichkeit des Gebetes extrem wichtig und ist ein unersetzlicher Halt. Reden mit Gott. Reden mit dem, der diese Erde in Händen hält. Mit ihm, der um uns und unsere Situation weiss. Der das Diesseits und das Jenseits kennt.

Beten ist, wie vieles bei Gott, freiwillig. Es ist Ausdruck einer Beziehung und ein Halt nicht nur in lebensbedrohlichen Situationen.